Bikecorner Baar Neuhhofstr. 21c
6340 Baar
041 763 00 60


Mo 13.30 - 18.30
Di - Fr 08.00 - 12.00 / 13.30 - 18.30
Sa 08.00 - 16.00

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(keine Anrufe !)
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15 Biker, Gäste und ein Guide des Bikecorner haben sich für diese Woche angemeldet. Über 6 Monate Vorbereitungszeit, unzählige Telefonate und E-Mails waren zur Vorbereitung notwendig.Als grösstes Problem hat sich zu Beginn der Gepäcktransport von Hotel zu Hotel herauskristallisiert. Mit dem Transportservice Chur (www.tsc.ch) konnten wir einen idealen Partner finden, der uns alle unsere Wünsche perfekt erfüllt hat. Jedem Fahrer haben wir vor der Abfahrt einen Streckenplan abgegeben, damit er notfallmässig den Zielort und das Hotel auch alleine finden könnte. Packlisten und einen Grobplan haben alle Teilnehmer im Vorfeld bereits erhalten. Ebenfalls wurden alle Biker angewiesen, nur mit einem service-gepflegten Bike mitzufahren. Pneu- und Ausrüstungsvorschläge haben wir ebenfalls abgegeben. Eine eingeschweisste wasserdichte Notfallkarte mit allen wichtigen Telefonnummern gehörte natürlich ebenfalls zur Grundausstattung wie mit Namen und Bikecorner-Logo bezeichnete Kofferanhänger. Im Vorfeld konnten alle Fahrer ein speziell für diese Tour von Thomas Hürlimann / Winforce (www.winforce.ch) zusammengestelltes Package an Nahrungsergänzung beziehen. Dank diesen Produkten konnte der eine oder andere Leistungsabfall sicher verhindert und die Regeneration über die Nacht extrem gefördert werden. 

1-samstag-parkplatz.jpgVieles lief im Verborgenen ab und wurde glücklicherweise nicht benötigt. Nicht nur die Strecke jedes Tages musste definiert werden, sondern auch für alle Eventualitäten ein Notfallplan entwickelt werden. Was passiert an welchen Ort, zu welchem Zeitpunkt wenn es regnet, stürmt, schneit. Was passiert bei Unfällen, bei Pannen? Wo hat es einen Arzt, Spital oder Velomech? Was machen wir, wenn irgendwo ein Biker nicht mehr kann oder will? Bestehen Möglichkeiten zum Abkürzen, wo hat es eine Bahn, Buss oder Taxi? Zeitpläne für jeden Tag usw. Zur Ausstattung gehörte auch ein vom Bikecorner zusammengestellter Werkzeugrucksack. Ersatzpneus, ein Ersatzreifen, Ketten, Luftpatronen, Schmiermittel, Putzlappen, Standpumpe, Dämpferpumpe, Bremsbeläge, Kettenstifte etc. etc. Dieser Rucksack wurde fast jeden Abend eingesetzt und hat geholfen die Pannen während des Tags zu beheben.


 

 

 

 

 

 

1. ETAPPE:  Samstag 11. Juli 2009

53 km - 1663 Hm

2-samstag-domleschg.jpgLockeres Einfahren  Wir treffen uns bereits um 8.00 Uhr beim Bikecorner. Nach einem ersten Kaffee und den Gipfeli, die Paul spendiert hat, beginnen wir die Bikes und das Gepäck zu verladen. Kurz nach halb neun verabschieden wir uns und fahren im Konvoi nach Chur. Auf dem Parkplatz auf der „oberen Au“ wartet bereits unser Gepäcktransporter, der uns die Koffer von Hotel zu Hotel abnimmt. Nachdem alle Gepäckstücke mit dem Namen der Teilnehmer bezeichnet sind und die Tagesetappe kurz besprochen wurde, fahren wir endlich los. Im zick-zack Kurs verlassen wir Chur und fahren entlang des Golfplatzes von Ems, durch das Domleschg vorbei an Burgen und Ruinen, dem alten Schyn entgegen. 5 GPS Geräte verhindern nicht, dass wir uns bereits nach der ersten kurzen Pause verfahren. Aber wir merken es frühzeitig und können mit einer Abkürzung über eine Wiese den Fehler ausbügeln. 3-samstag-domleschg.jpgDer alte Waldtrail wurde in den letzten Jahren extrem restauriert. Neu führt ein schmaler, steiler Kiesweg die Schlucht zur alten Schyn hinauf. 3-samstag-alterschyn.jpgDie Stärksten können hier alles fahren. Auch der Tunnel der alten Schyn wurde renoviert. Neu beleuchtet eine Lichtanlage, gespeichert von Sonnenenergie und gesteuert von einem Bewegungsmelder, die Dunkelheit. Schade, denn der Charme des alten Tunnels, bei dem man sich der Wand entlang tasten musste, ist verloren. 4-samstag-alterschyn.jpg

Kurz vor Mundain stechen wir hinunter ins Tal, der Solisbrücke entgegen. Bei der Brücke machen wir unsere wohlverdiente Mittagspause und warten auch auf die zwei abhanden gekommene Biker, die vorausgefahren sind und den ersten abgemachten Treffpunkt verpasst haben.4-samstag-aolisbrucke.jpgFrisch gestärkt nehmen wir den Aufstieg nach Stierva unter die Räder. Wieder steigen wir auf Feldwegen hoch über das Tal, überqueren einen Bergrücken und fahren nach knapp 4 ½ Fahrstunden in Savognin ein. Die Bikes können wir in der Garage einstellen. 4-samstag-bike.jpgUnser Wirt hat seine Motorräder extra für uns ins Freie gestellt. Das Gepäck steht bereit für uns, die Zimmerschlüssel werden verteilt und wir können uns der wohlverdienten Dusche widmen. Um sechs Uhr treffen wir uns für einen kurzen Dorfrundgang. Am neuen Hotel Cube vorbei, spazieren wir dem Badesee von Savognin entgegen. Die einen (ich natürlich auch) probieren die lange Rutschbahn beim Spielplatz aus. 4-samstag-rutcshbahn.jpgBei einem Bier oder Most erholen wir uns am See von den Anstrengungen des ersten Tages. Um halb acht essen wir im urchigen Stübli unseres Restaurants. 4-samstag-stubli.jpgEinen feinen Viergänger mit Suppe, Salat, Entrecote abschliessendem Dessert. Nach dem Nachtessen folgen der Wetterbericht für den nächsten Tag und ein kurzer Streckenbeschrieb.  
 

 2. ETAPPE:  Sonntag 12. Juli 2009

64 km - 1943 Hm

Der erste Härtetest 5-sonntag-start.jpg  Für einen Biker ist das Frühstück der wichtige Start in den Tag. Und diesen Start zelebrieren wir heute. Alle scheinen mächtigen Kohldampf zu haben. Frisch gestärkt nehmen wir den heutigen Tag unter die Räder. Nach einer kurzen flachen Einfahrstrecke, beginnt der Weg zu steigen. 100 Höhenmeter unterhalb der Alp Flix stechen wir dem Tal entgegen. Hier überholen mich 4 unserer Biker auf der Teerstrasse. 5-sonntag-mormorera.jpgIch bin wohl zu 5-sonntag-blick-bivio.jpglangsam unterwegs. Die 4 geniessen die schnelle Abfahrt bis hinunter ins Tal. Doch ohalätz. „Dort wo ich bin, ist vorne“. Die vier haben den Abzweiger um 300 Höhenmeter verpasst. Wir warten gemütlich oberhalb des Marmorera Stausees, bis die Raser wieder bei uns sind. Nur kurz müssen wir der Strasse entlang des Stausees folgen. Bereits nach wenigen hundert Meter können wir auf einen lässigen Trail abzweigen, der uns hinauf zum Dorf Marmorera bringt. Kurze Zeit später dürfen wir in Bivio, mitten im Dorf auf einem Spielplatz, die Sonne und unsere Mittagspause geniessen. Jetzt folgt der erste strenge Teil des Tages. Lang und steil führen die Alpwege dem Septimer entgegen. Während die Ersten bereits die warmen Sonnenstrahlen auf dem Pass geniessen, schieben und stossen die anderen noch dem Passe entgegen. 5-sonntag-warten-auf-septim.jpgDie Trails hinunter ins Bergel, zeigen sich heute extrem. Nass, glitschig, steil usw. Durch eine Furt und durch den Wasserwanderweg (hier hat sich das Wasser des Baches den Trail als neues Bachbett ausgesucht) Über eine alte Brücke aus der Römerzeit weiter hinunter. 5-sonntag-bruecke1-sept.jpgTeils zu Fuss oder auf dem Bike balancierend. Sehr schwierig zu fahrender, verblockter Steintrail. Zerkratzte Beine und Schürfungen der einen zeigen die Schwierigkeit des gerade befahrenen Teilstückes. 5-sonntag-bruecke-sept.jpgDie ersten stillen Flüche nehme ich wissend in mich auf; Wissend, dass es noch schlimmer wird! Ruedis rechter Bikeschuh war den Anforderungen des Trails ebenfalls nicht gewachsen. Nach jahrelangem treuem Dienst, trennte sich die Sohle vom oberen Teil des Schuhes. Mit Kabelbinder können wir beide Teile fest mit dem Fuss verbinden. Auf dem Kiesweg hinunter ins Tal werde ich auch jetzt wieder von 4 Bikern überholt. Auch diese werden bald merken, dass der Spruch „Wo ich bin, ist vorne“ immer noch gilt. 5-sonntag-warten.jpgWir biegen 200 Höhenmeter oberhalb der Talsohle links auf einen Wiesentrail ab. Die 4 Überholer sind bereits nicht mehr aufzuhalten und müssen der Strasse dem Pass entgegen fahren. Wir geniessen den kurzen Trail entlang des Tales und treffen die anderen kurz vor den ersten Passkehren. 5-sonntag-maloja.jpgAuf dem Malojapass legen wir die letzte kurze Pause ein, bevor wir den Engadiner Seen entlang Pontresina erreichen. 5-sonntag-warten-am-see.jpgLeider haben wir heute bedingt durch den nassen und schlech fahrbaren Trail am Septimer so viel Zeit „verloren“, dass wir den Wellnesbereichs unseres Hotels nicht nutzen konnten. Dafür durften wir unsere Bikeklamoten beim Wäscheservice abgeben. Während sich die einen bereits von den Strapazen des Tages ausruhten, flickten Olivier und Alain den Wechsler von Willi. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dieser wohl einen Schlag erhalten hatte und ziemlich verbogen ist. Doch in Livigno konnte dieser gerichtet werden. Nach einem Viergangmenue (heute hat leider der Service nicht so gut gelappt und wir mussten viel und lange warten) werden der Wetterbericht des nächsten Tags und die Streckenplanung durchgegeben. Der kurze Verdauungsspaziergang vor der Nachtruhe wird auch heute von vielen zur Entspannung der Beine und des Bauchs genutzt.
 

3. ETAPPE: Montag 13. Juli 2009

82 km - 1590 Hm

Die längste Etappe 6-montag-morteratsch.jpg  3 unserer Biker haben sich entschlossen, die angebotene Alternative einer Bahnfahrt hinauf zum Bernina zu ergreifen und so 15 Kilometer und einige Höhenmeter einzusparen. Ruedi kann mit Markus als Unterstützung im nahen Bikegeschäft einen neuen Schuh suchen. Wir anderen fahren kurz nach 8 Uhr aus dem Dorf. Ein kurzer knackiger, leicht ansteigender Singletrail bringt uns direkt zum Aussichtspunkt vor dem Morteratschgletscher. Ein Foto des Gletschers von dieser Stelle aus darf in keinem Reisebericht fehlen. Nach kurzer Fahrt abseits der Strasse, benützen wir diese, um schneller den Pass zu erreichen. Ein Teil der Gruppe versucht den Wanderweg oberhalb der Strasse, aber bald kehren auch sie zur Strasse zurück. Kurz vor der Passhöhe, bei einer kleinen Pause, hatten 2 unserer Damen, leicht abseits der Strasse, eine unvorhergesehene Begegnung mit dem Berninaexpress. Glück, dass die Passagiere nur die Berge und Gletscher auf der anderen Talseite im Blickfeld hatten. 6-montag-forcla-liv.jpgMit der vereinten Gruppe erreichen wir über schönste Wiesen und Rampen begleitet von neugierigen Kühen und vielen Kuhfladen die Forcla di Livigno. 6-montag-forcla-livigno.jpgEines kann ich Euch an diesem Platz sagen: Die Beine von Ruedi werden in der Folge nicht mehr so makellos sein! Direkt auf der Passhöhe stechen wir über Trails das Tal hinunter. Über Bäche, und Schneefelder erreichen wir den langgezogenen Ort im Zollfreigebiet. Inmitten des Dorfes finden wir einen Velomech und ich habe in diesem Gewühl grosse Mühe die Gruppe zusammenzuhalten. Hier verschwindet einer und dann dort! Hier wird aber auch Willis Wechsler gerichtet und wir können kurz vor dem nächsten Aufstieg eine längere Mittagspause am Stausee einziehen. Lang und steil zeigt sich der Aufstieg zum Passo di Albisella. 6-montag-albisella-bruecke.jpgDie einen und anderen legen immer wieder 6-montag-albisella-laufen.jpgeinen kleinen Fussmarsch ein, um den Motor nicht zu überhitzen. Nachdem einige grosse Schneefelder nach dem Pass überquert worden sind, beginnt der super lange Trail hinunter ins Val Mora. 6-montag-albisella-schnee.jpgDie Gesichter am Stausee sprechen Bände. Grinsen hat sich hier und da tief ins Gesicht geschnitten. Der erste Teil des unteren Val Mora zeigt sein Gesicht mit Geröllfelder und einer Achterbahn des Weges. hoch und hinunter, über Kies, Steine und Felsen. 6-montag-mora.jpg6-montag-mora-2.jpg

Nach der Brücke (den einen ist dieser Platz eher durch die extrem schnell auftauchende und extrem hohe Kontaminierung der Atemluft durch Gase in Erinnerung, Puubs!!) 6-montag-mora-4.jpgDer mittlere Teil des Tales wird breiter und erinnert an Kanadas Norden. Im oberen Teil des Tales, bereits fast dem höchsten Punkt, Döss Radon, wird das Tal wieder zu einer weiten, breiten Alplandschaft. 6-montag-mora-3.jpgAuf dem nächsten Abschnitt befolgen alle den Spruch „Dort wo ich bin, ist vorne“, keiner überholt mich. Die Trails die wir nun fahren sind nicht auf unserem GPS und dem Spreckenplan angegeben. Über Steinstufen, Treppen, Absätze, um Spitzkehren und anderes. Dieser Teil des Trails sollte eigentlich bei uns zuhause stehen! Bei St.Maria überqueren wir den Fluss und fahren dem Tagesziel dem Hauptort des Tales, Müstair entgegen. 6-montag-mustair.jpgMitten im Dorf finden wir unser Hotel und geniessen das wohlverdiente Weissbier. Vor dem Nachtessen besuchen wir die als Unesco Weltkulturerbe bekannte Klosteranlage. Besonders interessant ist hier der Friedhof mit den sehr alten Gräbern. Leider können wir die Klosteranlage nicht von innen anschauen. Wir sind einfach zu spät. Doch werden wir von einer Dame über die Besonderheiten dieses Friedhofes informiert.Nach einem feinen Nachtessen erfolgen wie jeden Abend die Vorstellung der Strecke des nächsten Tages und die Wetterprognose. Heute verschwinden einige sehr früh in die Federn. War auch ein ereignisreicher langer Tag.
 
  4. ETAPPE: Dienstag 14. Juli 200942 km - 1478 Hm

Stairway to Haven 7-dienstag-schlinig.jpg Heute heisst es Ausschlafen, erst um Neun ist die Abfahrt angesetzt. Doch nach feinem Frühstück mit frischem Brot und Käse, können wir bereits um 8.40 abfahren. Am Zoll werden wir mit Belgier verwechselt, mit unserem Schwitzerdütsch werden wir aber sofort durchgewunken. Den oberen Teil des Südtirols durchqueren wir zügig und ziehen kurz vor dem Reschenpass links den Berg hoch. Nun folgt der erste Anstieg hinauf ins Dorf Schlinig. Endlos zieht sich die Strasse hoch hinauf ins Tal. Doch wer hier meinte das Härteste sei durchgestanden wurde bitter enttäuscht. Nach dem Dorf steigt die Strasse leicht über die Hochalpen und etwas später werden beinahe Steigeisen benötigt. Der Fellsenrampe entgegen, steigt der Weg mit mehr als 30% dem Joch zu. Auch hier begleiten mich die stillen Flüche der Biker (Wanderlager und so), wohlwissend, dass wir auch einen schönen Teil wieder hinunterlaufen dürfen. 7-dienstag-kaiserschm.jpgKeiner entgeht hier dem Schieben und Daniela findet sogar in dieser Wildnis einen echten Gentleman. Für ein Teilstück wird ihr das Bike von einem Wanderer hochgeschoben.

Auf der Sasvennahütte wartet die verdiente Pause. Vor allem der Kaiserschmarren findet starken Anklang. Wir bringen für kurze Zeit sogar die Kückenmannschaft ins Schwitzen.

Das Schliniger Joch zeigt sich als tricki Wiesentrail. Einige Male muss hier abgestiegen werden. Die spektakulären Abflüge einiger Biker möchte ich hier nicht kommentieren. Jetzt heisst es aber für alle absteigen. Der Teil der nun folgt ist nichts für Fahrer. Das von mir ausgesprochene Fahrverbot wird von allen strikte eingehalten. 7-dienstag-uina.jpgFür ca. 30'000.- vor 100 Jahren kühn in die Felsen gesprengt, der Weg durchs Val d’Uina. Mehrere hundert Meter tief fällt die Fellswand neben dem Weg. Streckenweise ohne Geländer.7-dienstag-uina-1.jpg Länger als geplant benötigen wir für diesen Teilabschnitt. 7-dienstag-uina-2.jpgAlle wollen einfach Schlucht, Tunnels und Felsen geniessen. Die vielen Biker und Wanderer, die uns entgegenkommen, werden von uns vor allem im unteren Teil bedauert. Wenn die wüssten, welcher Aufstieg noch auf Sie zukommt.7-dienstag-uina-3.jpg 7-dienstag-uina-5.jpgEine rasante Abfahrt bringt 7-dienstag-uina-4.jpguns hinunter ins Inntal. Dem Inn folgend, fahren wir das Tal Scuol entgegen hoch. Mein Kettenriss kurz vor dem Dorf hält uns nur kurz auf. Während ein Teil unserer Gruppe unter Führung von Irene dem Hotel entgegenfährt, widmen sich 4 Mechaniker meinem Bike. Ich hatte echt keine Chance meine Hände schmutzig zu machen. Im Hotel angekommen werden das erste Mal in dieser Woche die Bikes gewaschen und gereinigt. Dabei wurde das eine oder andere Tröpfchen Oel benötigt. Die bei unserer Buchung des Hotels versprochene Wellnessanlage  wird gerade fertig gestellt und ist bei unserer Ankunft in der Endreinigung. Also nichts mit Pool. Erst um sechs Uhr ist die Anlage offen. Einige lassen es sich nicht nehmen die Sauna einzuweihen. Ich geniesse mit anderen Bikern mein Feierabendbier in der Launch vor dem Hotel. 7-dienstag-uina-6.jpgAber erst nachdem Markus mir eine neue Kette montiert hat. Nachtessen um Sieben und anschliessend Tagesplan und Wetterbericht. Traditionellerweise folgt nun der Abendspaziergang zur allgemeinen Entlüftung.
 

5. ETAPPE: Mittwoch 15. Juli 2009

58 Km - 1994 Hm

Der Berg ruft

8-mittwoch-susaunna.jpg

Um sieben Uhr Frühstück, heute fahren wir etwas früher los. Philipp hat sich bedingt durch seine Rückenschmerzen entschieden, die Tour hier abzubrechen. Schade, aber Vernünftig! Eine weitere Belastung könnte noch schmerzhafter werden! Willi und Rolf werden die Bahn bis Zernez benutzen und dann den Weg hinauf zur Kesch als 2er Team in Angriff nehmen. Wir anderen 13 ziehen um 8.00 Uhr hoch hinauf nach Ftan. Das erste mal startet der Tag direkt mit einem Steilstück, ohne einrollen. Vor Ardez verpasst die Spitzen-Gruppe den richtigen Abzweiger unsere Rufe werden nicht gehört und wir fahren weiter, da wir Guarda als nächstes Ziel definiert haben. Wir kommen aber oberhalb des Dorfes wieder zusammen. Kurz vor Guarda, der Heimat des Schällenursli beginnt es leicht zu regnen. Die Pause auf dem Dorfplatz des alten Engadiner Dörfchens verbringen wir eng an die Hauswand gedrückt, um uns vor dem jetzt strömenden Regen zu schützen. Übrigens Guarda, das einzige Dorf im Engadin, dass noch nie von einem Grossbrand betroffen wurde; kein Wunder bei diesem Scheissregen! Innert kurzer Zeit sinken die Temperaturen merklich und gut in unsere Regenjacken eingepackt, radeln wir an Zernez vorbei dem Inn entlang das Tal hoch. Hier beginnt sich das Wetter zu bessern und in Chinu-Chel hört es auf zu regnen. In Susaunna machen wir eine längere Pause. 8-mittwoch-susaunna-6.jpgIm Garten des alten Restaurants am Eingang des Tales lassen wir uns die Gersten- oder Gulaschsuppe schmecken. Extra für uns werden die Stühle und Tische vom Regewasser gesäubert. An der warmen Sonne können wir uns ein wenig trocknen lassen.

 Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg durch ein traumhaftes Tal. Alte Lärchenbäume säumen den Weg, begleitet von den tosenden Wassern des Gebirgsbaches biken wir das Val Susaunna hoch hinauf zur Alp Funtaunna. 8-mittwoch-susaunna-1.jpg

Wer hier die Landschaft geniesst findet die Brücke über den tiefen Bach 100 Meter oberhalb des Weges und die Raser machen sich einfach die Füsse beim durchqueren der tiefen Furt nass. 8-mittwoch-susaunna-2.jpg8-mittwoch-susaunna-5.jpgDer Wiesentrail, der nach den Alpgebäuden folgt ist etwas vom feinsten. Nicht alles fahrbar, doch einfach nur schön. 8-mittwoch-susaunna-3.jpgDie letzten Meter vor der Keschhütte sind extrem steil und strengen natürlich ziemlich an. 8-mittwoch-susaunna-4.jpgAuf diesem

Teilstück der Strecke begegnen wir auch einigen Wanderer, die die Kesch von Davos aus über den Scalettapass erreichen. Erste ca. eine Stunde nachdem wir die Hütte das erste Mal gesehen haben, erreichen wir die neue moderne Keschhütte. 8-mittwoch-kesch-2.jpg8-mittwoch-kesch-1.jpgZur Belohnung der Anstrengung wartet auf unsere Damen eine warme Dusche. Leider konnte die Sonne die Kollektoren heute zuwenig erwärmen. So dass für uns Jungs nur „kalt“ zur Verfügung stand. Ich als bekennender Warmduscher musste mich schon stark überwinden um mich nasszumachen! Bedingt durch den erfolgten Kälteschock konnte ich mich anschliessend bei einem feinen Weissbier aufwärmen. Das feine Nachtessen genossen heute wirklich alle. Auch heute wieder ein 4gänger. Samantha zeigte uns wie man sich in einer solchen Hütte verhält. Alles aus einem Teller, zuerst die Suppe, dann der Salat und zum Schluss der Hauptgang, für das  Dessert wird eine eigene Schale gereicht. Nach diversen Supplements wird das Geschirr durch uns abgeräumt. 8-mittwoch-kesch-3.jpgDer Wetterbericht für den Donnerstag verspricht uns einen Prachtstag und nach dem Briefing der Strecke verzogen sich bald die ersten Richtung Massenschlag. Unsere Gruppe hat 2 Zimmer mit ausreichend Platz zur Verfügung. Das erste Mal habe ich Ohrschützer mitgenommen und ich kann euch mitteilen, diese gehören nun zu meiner Standard-Hüttenausrüstung. Nach kurzer Angewöhnungszeit konnte ich das Schnarchen  meiner Kollegen nur noch als leichtes Hintergrundrauschen wahrnehmen. Habe super geschlafen. Denke, Biker ohne Ohrschützer und mit leichtem Schlaf werden eine lange Nacht hinter sich haben. 
 

6. ETAPPE: Donnerstag 16. Juli 2009

59 Km - 1800 Hm

Wer keinen Kopf hat, hat Bike  9-donnerstag-kesch-2.jpg 

 

 

7.00 Frühstück. Doch bereits früher, mitten in der Nacht sind laufend Gruppen von Bergsteigern aufgestanden. Wir sind fast die Letzten, die sich zum Frühstück begeben.

Warm eingepackt bei mässigen 9 Grad machen wir die ersten Fotos vor dem Piz Kesch (beachtet bitte Ruedis Kopf) und stürzen uns dem Tale entgegen. 9-donnerstag-kesch-1.jpg9-donnerstag-kesch-3.jpgÜber 1'000 Höhenmeter liegen als Einstig vor uns. Nach 10 Minuten Fahrt halte ich die Gruppe kurz an um die Vollständigkeit zu überprüfen. Meine Frage an Ruedi „ legsch din Helm nu a“ wird von allen mit einem Lachen quittiert, ausser von Ruedi. Sein Helm liegt noch auf der Kesch. Die 2-300 Höhenmeter zurück zur Hütte sind für Ruedi ein Klacks. Steile Kieswege und schnelle Teerstrassen bringen uns in rasantem Tempo hinunter ins Tal. In Bergün stürmen wir die erste Bäckerei gleich bei der Ortseinfahrt. 9-donnerstag-bergun.jpg

Ein zweites Frühstück und ein Sandwich für das Mittagessen und ein Stück Nusstorte, mhhhhh! Nachdem Ruedi auch seinen Kaffee getrunken hat, zieht es uns weiter nach Filisur und hinunter zur Zügenschlucht. 9-donnerstag-bergun-1.jpgWir entscheiden uns, die 300 Höhenmeter nach Mohnstein auszulassen und direkt die Maienfelder Furgga anzusteuern. 9-donnerstag-furgga-1.jpgDie Sonne brennt während des Aufstiegs immer heisser und die Schatten der Bäume bringen uns nur leichte Kühlung. Vorher dürfen wir aber vor der Garage eines Privathauses unsere Wasserbidons auffüllen. Auf der Stätzer Alp machen wir eine längere Pause um dann den fast letzten Aufstieg des Tages in Angriff zu nehmen.

9-donnerstag-furgga-2.jpgNicht alles ist fahrbar. Teilweise „gerade die Falllinie hoch“ zwingt sich der Weg dem Pass entgegen. Vor mir werden gar die Bikes auf den Schultern getragen. 9-donnerstag-furgga-3.jpgDie flachen Zwischentrails bringen die benötigte Erleichterung und machen echten Spass. Klar, dass wir hier in den Bergen sind; daher auch Mountainbiking! Berge sind halt einfach manchmal etwas steiler als bei uns in den Voralpen. Wir können steile Stücke einfach umfahren, hier ist manchmal der steile Weg die bestmögliche Lösung um zu den schönsten Trail zu kommen. 9-donnerstag-furgga-4.jpgDie Pause bei der Schutzhütte ist wohlverdient. Jetzt folgen weitere 1'000 Höhenmeter auf heissen Trails. Über Kies mehr surfend und rutschend als fahrend. 9-donnerstag-furgga-5.jpgÜber Absätze, Steine und Wurzeln. Die Bremsscheibe von Urs wirft nach einem Sturz Wellen und muss von uns provisorisch gerichtet werden. Weiter unten sammeln wir die nächste Bikergruppe an einer Weggabelung auf. Sie weiss nicht ob links oder rechts. 100 Meter weiter unten die nächste Gruppe. Stefans Vordergabel hat ihren Dienst quittiert und schlägt voll durch. Leider vor Ort nicht zu reparieren! 9-donnerstag-furgga-6.jpgNach 500 Meter die nächste Gruppe die auf uns wartet. Jetzt fehlen nur noch zwei. Die beiden Fahrer der Spitze, die die Gruppe eigentlich führen sollten, haben diese nach allen Regeln der Kunst abgehängt und warten auf dem Talboden vor Arosa. Komplett fahren wir die letzten 150 Höhenmeter ins Dorf hoch zu unserem Hotel. Hier verabschieden sich Stefan und Urs, die zum Velomech am See fahren. Der Rest beginnt die Zimmer zu beziehen. Leider ist der Whirlpool ausser Betrieb. Diese Entspannung hätte ich mir gerne gegönnt. Sieben Uhr Nachtessen. Dabei erfahren wir, dass Urs sein Bike morgen um 8 Abholen kann und Stefans Gabel nicht mehr zu flicken ist. Nach einem feinen Nachtessen folgen das Briefing und der Wetterbericht für den nächsten Tag. Bis Mittag sollte es mit Föhnunterstützung schön bleiben. Genau genug um mit der Seilbahn hochzufahren und über das Fürggli und die Rothornabfahrt nach Parpan und Chur zu cruisen. Für den Gutschein, den mir alle Teilnehmer übergeben haben und den damit enthaltenen Dank möchte ich mich bei Euch allen noch einmal bedanken. Es hat wirklich echten Spass gemacht. Ein Abendspaziergang durch Arosa zum oberen See, mit Zwischenhalt in einer Bar, bringt diesem herrlichen Biketag einen würdigen Abschluss.
 
7. ETAPPE: Freitag 17. Juli 2009  Nasses Ende 91-freitag-baum-1.jpg 

 

 

Bereits mitten in der Nacht werde ich laufend vom Regen und Sturm geweckt. Wir werden also die Bergroute nicht fahren können. Einfach zu gefährlich bei diesem Wetter dass Fürggli zu überqueren. Beim Frühstück lasse ich die Gruppe von meiner Entscheidung wissen. Ich überlasse allen die Wahl: Mit Stefan und seinem kaputten Bike mit dem Zug oder mit dem Rest im Regen. Keiner fährt mit Stefan, eine wetterharte Truppe. Vor der Abfahrt werden noch kurz die platten Reifen von Daniela und Olivier geflickt. Die beiden haben sicherlich keine Ahnung von der Arbeit des Heinzelmännchens Stefan. Gut eingepackt in Regenjacken, Hosen und Plastiksäcken um die Füsse schwimmen wir um 9.00 Uhr bei strömendem Regen los. Olivier übernimmt die Spitze, da er diese Route bereits einmal gefahren ist. Ich fahre am Schluss der Gruppe um am letzten Tag nicht noch jemanden zu verlieren. Unterwegs konnte ich noch den Transport der Koffer organisieren, da wir ja 2-3 Stunden früher als geplant in Chur eintreffen werden. Ca. 150 bis 200  Höhenmeter hinauf und dann nur noch hinunter. Bei strömenden Regen unterbrochen durch kurze aber wirklich sehr kurze Aufhellungen fahren wir auf der linken Talseite Chur entgegen. 91-freitag-baum-2.jpgDabei mussten wir einige vom Sturm entwurzelte Bäume über,- durchklettern und den letzten sogar umgehen. 91-freitag-baum-3.jpg91-freitag-baum-4.jpgPflotschnass aber Gesund und an einem Stück erreichen wir Chur. Wir verzichten auf einen Besuch im Restaurant. Die Erwartung, dass wir uns nach dem Aufwärmen wieder in die nassen und kalten Regenschütze quälen müssten, lasen die Lust nach einem warmen Kaffee verschwinden. Nach einer kurzen Fahrt quer durch die Stadt erreichen wir unseren Ausgangspunkt der Tour. Der Dauerregen hat unsere Bikes vom gröbsten Dreck gereinigt. Auf dem Parkplatz der „oberen Au“ beenden wir die Woche auf dem Bike. Hier trifft nach kurzer Wartezeit auch unser Gepäck ein. Noch ein kurzes „Foto danach“ und schnell in die trockenen Autos. Olivier und Alain fahren mit dem Zug nach Hause. Sie werden direkt von unserem Gepäcktransport zum Bahnhof gefahren = perfekter Service. Hanspeter und Daniela machen noch Zusatzferien in Sargans oder wo, Irene fährt direkt nach Hause und der Rest fährt zum Bikecorner, wo wir uns noch einen Kaffee gönnen und die einen ihr Bike gerade zum nächsten Service da lassen können.  Übrigens: Am Abend dieses Freitages lagen in Arosa 10cm Schnee! Überall in der Schweiz wurden Hagel und Sturmschänden gemeldet.
 
Mein Fazit der Bikewoche15 Biker und 1 Guide. Diese Gruppengrösse war Maximum.Konditionelle und fahrtechnische Unterschiede machen es in dieser Gruppengrösse sehr schwierig und bergen Konfliktpotential.Wir wurden von gröberen Defekten verschont.6-7 platte Reifen, ein kaputter Schuh, eine defekte Kette, eine Bremsscheibe, ein oder 2 defekte Feder-Gabeln ein gutes Ergebnis. Fast alle Reparaturen konnten wir dank dem Werkzeugrucksack vom Bikecorner und unter Hilfe von Kabelbindern selbst ausführen. (Kabelbinder gehören in das Werkzeugtäschli)Trotz einiger Stürze wurden keine ernsthaften Verletzungen verzeichnet. Meine Mahnung, hier in den Bergen etwas vorsichtiger zu fahren und halt einmal früher abzusteigen wurde leider nicht von allen Bikern befolgt. Ein Unfall mit Verletzung hätte in den Bergen für die ganze Gruppe erhebliche Folgen gehabt.Transport des Gepäckes hat perfekt geklappt.Nahrungsergänzung von Winforce hat sich bewährt und ich werde Winforce wieder anfragen. Ich würde alle wieder auf die nächste Tour mitnehmen!
  • Paul                 den Geniesser
  • Olivier               der Mechaniker
  • Samantha         der Downhillfreak
  • Irene                 die Schnelle
  • Daniela             die Geniesserin
  • Irene                 immer schön in der Mitte
  • Alain                 le Copain
  • Markus             immer der Erste
  • Ruedi               der Schuhmörder
  • Willi                 „uf mich muesch nid warte“
  • Rolf                  nicht vom Bike zu trennen          
  • Hanspeter         schneller oben als unten
  • Urs                   der Bremsscheibenvernichter
  • Stefan               der Gabelkiller
  • Philipp              im Pech (nächstes mal die ganze Tour) 
Vielen Dank an alle
  • Beat                 „Dort wo ich bin, ist vorne“

 

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